Seit vielen Jahren dürfen wir auf das grosse Engagement von Sylvie Niklaus zählen. Wenn es um Zugreisen geht, kennt sie gefühlt jede Verbindung, die cleversten Umsteigemöglichkeiten und behält dabei immer das Wichtigste im Blick: die individuellen Bedürfnisse unserer Familien. Mit viel Erfahrung, Organisationstalent und Herzblut sorgt sie dafür, dass Sternschnuppe-Familien möglichst entspannt und unkompliziert ans Ziel kommen.
Wir sind sehr dankbar, Sylvie schon so lange an unserer Seite zu wissen. Im Interview erzählt sie, was ihre Arbeit besonders macht, wo auch mal der Fahrplan zur Herausforderung wird und weshalb ihr die Sternschnuppe über die Jahre ans Herz gewachsen ist.
Wie kam es zu der Zusammenarbeit zwischen dir als Angestellte bei der SBB und der Sternschnuppe?
Ich arbeitete viele Jahre im SBB-Reisebüro in Lenzburg. Zusätzlich habe ich ab und zu im Bahnreisebüro Zürich-Wipkingen ausgeholfen. Von dort aus wurden die Bahnreisen für die Sternschnuppe organisiert. Als das Reisebüro im Jahr 2020 schloss, fragte mich die Sternschnuppe, ob ich bereit wäre, die Dossiers für ihre Bahnreisen zu übernehmen. So kam es, dass ich sogar über meine Pensionierung hinaus die Zugreisen für die Sternschnuppe organisieren darf.
Was genau gehört zu deiner Aufgabe, wenn du eine Zugreise für eine Sternschnuppe-Familie organisierst?
Ich kläre mit der für das Dossier zuständigen Sternschnuppe-Mitarbeitenden die Reisezeiten und Fahrpläne ab und schlage beispielsweise Juniorkarten oder andere Ermässigungskarten vor, um die Reisekosten zu optimieren. Anschliessend buche ich die Tickets und Reservationen für die jeweiligen Züge, stelle Anschlusstickets aus und informiere bei Reisenden im Rollstuhl das Handicap-Center in Brig. Mir geht es vor allem darum, dass die Familie eine angenehme und unkomplizierte Bahnreise erleben kann. Es freut mich sehr, dass ich dabei meine langjährige Erfahrung und mein Wissen in die Organisation der Wunscherfüllungen einbringen kann.
Worauf achtest du besonders, damit eine Reise für unsere Sternschnuppe-Familien möglichst entspannt und unkompliziert wird?
Je nach Familie gibt es unterschiedliche Dinge zu beachten. Möglichst wenige Umstiege oder genügend Umsteigezeit einzuplanen, ist immer wichtig. Bei Menschen mit Autismus schlage ich zum Beispiel bei Fahrten im TGV Plätze im unteren Stockwerk ganz hinten vor. Dort ist es am ruhigsten und die Familie kann hoffentlich ungestört reisen. Auch für Familien mit viel Gepäck oder mit einem Rollstuhl versuche ich, die idealen Plätze zu reservieren.
Was sind die Herausforderungen bei dieser Tätigkeit?
Bauarbeiten auf den Strecken können die Planung einer Reise zu einer Herausforderung machen – oder auch einmal ein Buchungssystem, das nicht so «tut, wie es sollte».
Gibt es eine Reise oder eine besondere Situation, die dir bis heute in Erinnerung geblieben ist?
Vor rund drei Jahren buchte ich eine Reise für eine Familie nach Südfrankreich. Der Jugendliche wünschte sich, einige Tage auf einem Hausboot zu verbringen. Da ich privat selbst ab und zu mit einem Hausboot unterwegs bin, konnte ich der Familie meine Erfahrungen und einige Tipps mit auf den Weg geben. Nach der Reise schrieb mir die Mutter von ihren Erlebnissen und schickte mir einige Fotos. Das hat mich sehr berührt.
Seit vielen Jahren dürfen wir uns auf dich verlassen, wenn es um Zugreisen geht. Wieso ist dir die Sternschnuppe persönlich ans Herz gewachsen?
Keine Reise ist wie die andere. Es gibt immer etwas Besonderes zu berücksichtigen, und genau das macht die Aufgabe für mich spannend. Das Organisieren und Buchen von Bahnreisen ist einfach eine Leidenschaft von mir. Ich selbst reise ebenfalls sehr gerne und viel mit der Bahn. Umso schöner ist es, dass ich mit meiner Erfahrung dazu beitragen kann, den Sternschnuppe-Familien eine angenehme Reise und damit einen schönen Teil ihrer Wunscherfüllung zu ermöglichen.
